Liebe Eltern,
für Euch zur Kenntnisnahme das Schreiben im Namen des Elternrates an die Abgeordneten im Schulausschuss der Hamburger Bürgerschaft.


Sehr geehrte Abgeordnete,

ich wende mich heute im Namen des Elternrates der Ida Ehre Schule (IES) an Sie, die Abgeordneten im Schulausschuss der Hamburger Bürgerschaft.

Sicherlich haben einige von Ihnen in der letzten Legislatur mit dafür gesorgt, dass die BSB ihren Entwurf des Schulentwicklungsplans noch geändert hat und nunmehr eine Siebenzügigkeit der Ida Ehre Schule festgeschrieben ist. Für Ihren Einsatz herzlichen Dank. Wir würden uns freuen, wenn auch die erstmals im Schulausschuss sitzenden MdHBs engagiert in die Diskussion mit der Behörde eintreten.

Neben der Siebenzügigkeit hatten wir ebenfalls eingefordert, dass das Prinzip von maximal 23 Schüler*innen pro Klasse beibehalten wird (“Maxi23”). Dies ist u.a. darin begründet, dass die räumlichen Gegebenheiten in der Ida Ehre Schule im Schumacherbau besonders eng sind, Differenzierungsräume teilweise fehlen und eine gelingende Inklusion ab einer bestimmten Klassengröße eben nicht mehr funktioniert. Während der zurückliegenden Corona-Zeit reichte die Klassenraumgröße im Schumacherbau nicht einmal um halbe Klassen mit dem nötigen Abstandsgebot zu unterrichten.

All dies wird jetzt offensichtlich mit den aktuellen Planungen der BSB über den Haufen geworfen und die gegenüber dem Elternrat vor den Bürgerschaftswahlen gemachten Aussagen zurückgezogen. Demnach soll die IES in den neuen 7.Jahrgang 44 Schulformwechsler*innen aufnehmen, was rechnerisch nicht nur einen 8. Zug bedeuten würde, sondern auch das Prinzip Maxi23 reißen und sogar die im Schulgesetz vorgesehene maximale Klassengröße von 25 in StS übersteigen würde.

Unseres Erachtens wird so die einzige, mehrfach ausgezeichnete, Stadtteilschule in der Schulregion 8 (umgeben von 6 Gymnasien), welche als einzige Schule die Inklusion in der Schulregion 8 übernimmt, systematisch kaputt gemacht. Auch die Zukunft sieht düster aus:

• es steht die Sanierung der Schule mit jahrelangen Bauarbeiten an.

• laut Schulentwicklungsplan wird ein siebentes Gymnasium (Bundesstr., ehemalige G2), statt einer Stadtteilschule in der Schulregion 8 eingerichtet. Von der wagen Andeutung einer weiteren Stadtteilschule ist seit den Bürgerschaftswahlen nichts mehr zu hören. Dadurch werden weitere, aus den Gymnasien nach der 6. Klasse abgehende, Schüler*innen auf die einzige Stadtteilschule drängen.

• sollten pandemiebedingt die Schulen das Abstandsgebot wieder einhalten müssen, werden unsere Kinder durch die baulich bedingten kleinen Räume nicht einmal zweiwöchentlich beschult werden können, eher dreiwöchentlich. Unseres Erachtens wäre dies eine fundamentale Ungleichbehandlung gegenüber Schülerinnen aus Schulen mit ausreichend großen Räumen. An unserer grundsätzlichen Kritik der vergangenen Jahre (siehe auch unten) hat sich nichts geändert: zu viele Schülerinnen werden von Gymnasien “abgeschult” und sollen in zu kleine Klassenräume ohne ausreichende Bewegungs- und Differenzierungsflächen für Ganztagsunterricht, in Gebäude mit unzureichender sanitärer Ausstattung an die einzige und bereits in den letzten Jahren völlig überlastete Stadtteilschule im Viertel – an unsere Ida Ehre Schule, eine Schwerpunktschule Inklusion – geschickt werden.

Bitte, machen sie sich selbst ein Bild, gehen sie in die Räume im Schumacherbau, mit 25 Erwachsenen plus Lehrer*in und ggf. in Inklusionsklassen einer weiteren Person. Verbringen sie nicht 10 Minuten, nicht ein oder zwei Stunden dort. Erleben sie dort die Ganztagsschule, bleiben Sie von 8:00 bis 16:00 Uhr.

Sehr geehrte Abgeordnete, wir weigern uns, die systemischen Defizite und Fehlplanungen der Behörde – dies explizit entgegen allen Falschdarstellungen über die vorgeblich großzügige Ausstattung unserer Schule – aufzufangen. Daher protestieren wir, wie auch in den letzten Jahren gegen die Erhöhung der Zügigkeit und die faktische Abschaffung des pädagogischen Konzeptes MAXI 23, welches der räumlichen Situation der Ida Ehre Schule als einer Schwerpunktschule Inklusion angemessen ist.

Bitte nehmen Sie sich des Themas an. Schreiben Sie uns gern wie sich das Thema aus Ihrer Sicht darstellt. Handeln SIE schnell, bevor die Klassen in den nächsten Tagen faktisch der Schule zugewiesen werden!

Für den Elternrat der IES